Euer Kampf ins Leben...

 Freitag, 08.03.2024


Ich bin morgens auf gewacht und mir war total unwohl. Den ganzen Tag über hatte ich einen Flauen Magen und hab gedacht ich hätte was falschen gegessen. 

Nachdem ich eine leichte Schmierblutung hatten, rief ich meine Hebamme an. Sie sagte "Ich soll es beobachten und falls es stärker wird ins Krankenhaus."

Es wurde nicht stärker bzw. kam keine neue Schmierblutung.

Ich verbrachte den ganze Tag auf der Couch und habe mich ausgeruht. Nachmittags lag ich im Bett und hatte ein ungutes Gefühl und habe ein Bild vom meinem Bauch gemacht mit einem Satz drüber "Hoffe meinen Jungs geht´s gut :("

Irgendwas sagte mir das etwas nicht stimmt. 


Samstag, 09.03.2024


Die Nacht von Freitag auf Samstag war schrecklich. Ich habe durch starke Rückenschmerzen und einen ziehen im Unterleib kaum ein Auge zu gemacht und hatte ein total ungutes Gefühl. Mein Mamainstinkt sagte mir "Wir müssen ins Krankenhaus." Ich habe versucht meinen Mann zu wecken um Ihn zu sagen das ich ins Krankenhaus möchte. Allerdings wurde er nicht richtig wach. Ich habe zwar nicht gedacht das es sich um Wehen handelt, dennoch beschloss ich mich dazu gegen 7.00 Uhr mich in die Badewanne zu legen um zu schauen ob die Schmerzen erträglicher werden. Aber es half nicht und deshalb versuchte ich nochmal meinen Mann zu wecken. Mit Tränen in den Augen gelang es mir und ich sagte Ihm das etwas nicht stimmt und ich ins Krankenhaus möchte nachschauen lassen.

Ich packte ein paar Sachen ein. Falls wir dort bleiben müssen und dann machten wir uns auf dem Weg dort hin.

Ich wurde direkt ernst genommen und ziemlich direkt ans CTG angeschlossen. 

Es waren Wehen zu erkennen. 

Nach Gefühlt einer Ewigkeit mussten wir zu den Frauenärzten zur Kontrolle. Es war die schlimmste und schmerzhafteste Kontrolle während meiner ganzen Schwangerschaft. Noch nie hatte ich in den 28 Woche solche Schmerzen bei einer Untersuchung. 

Bei der Untersuchung wurde festgestellt, dass mein Gebärmutterhals bereits auf 1,6 cm verkürzt war. Der Ultraschall war unauffällig, den beiden Jungs ging es gut. Allerdings wurde der Verdacht geäußert, dass ich eine Nierenbeckenentzündung haben könnte, da meine Niere gestaut war (Was allerdings bei einer Zwillingsschwangerschaft nicht untypisch ist, das viel weniger Platz da ist.) 

Die Ärztin verordnete Wehen Hemmer und die Lungenreife.

Ich bekam plötzlich große Angst um meine Babys.

Nach der Untersuchung musste ich noch Urin abgeben. Die Werte waren auch auffällig. Verdacht: Nierenbecken- /oder Blasenentzündung. 

Ich kam wieder in mein Zimmer im Kreißsaal, bekam die erste Spritze für die Lungenreife und den Wehen Hemmer angehängt. Es wurde ständig ein CTG geschrieben um die Jungs und die Wehen zu kontrollieren. 

Eigentlich sollte ich Abends auf ein Zimmer im 8. Stock kommen, aber aus für mich unbekannten Gründen blieb ich Im Kreißsaal. 

Als ich Abends auf Toilette ging hatte ich starke schmerzen und habe stark geblutet (Vermutlich von der Untersuchung). Ich rief eine Hebamme. Diese hat mir einen Blasenkatheter gelegt, damit ich nicht auf Toilette muss. 

Die Schmerzen wurden schwächer und es hat mir das liegen angenehmer gemacht. 

Vom Empfinden wurden auch die "Wehen" leichter. Das ziehen im Unterleib ging weg und ich hatte nur noch ab und an schmerzen im Rücken. Aber es wurde erträglicher. Ich war volle Euphorie und habe gehofft das es was hilft und meine Zwerge es sich noch eine Weile bequem machen.

Nachts kam nochmal eine Ärztin zur Kontrolle. Hat mit den Fingern getastet und meinte der Gebärmutterhals hätte sich weiter verkürzt.

Die Nacht war ruhig und ich habe recht gut geschlafen. 


Sonntag, 10.03.2024


Als ich wach wurde, ging es mir gut. 

Ich hatte nur noch minimale Schmerzen und laut CTG wurden die Wehen auch weniger. 

Als eine Hebamme kam um den Katheter tiefer rein zu schieben, bemerkte Sie beim Bettdecke hoch nehmen einen großen roten Fleck und rief direkt die Ärztin. Ich wurde zum Untersuchungsraum gebracht und direkt Untersucht. "Blasensprung" "Muttermund bereits 4 cm geöffnet" "Zwilling 1 steckt bereits im Geburtskanal" "Eiliger-Kaiserschnitt" "Die Zwillinge müssen geholt werden." 

Die Worte die sich in meinen Kopf gebrannt haben. Ich konnte nichts anderes als zu weinen. Ich hatte doch keine Schmerzen mehr. Ich dachte es wird alles gut. Stattdessen müssen jetzt meine zwei kleinen Jungs viel zu früh auf die Welt geholt werden. 

Meine Welt stand still. Ich konnte nicht aufhören zu weinen. 

Als ich wieder im Kreißsaal-Zimmer war wurde ich über den Kaiserschnitt aufgeklärt und die Anästhesistin kam. Ich sollte meinen Mann anrufen, hab allerdings kein Wort raus bekommen weshalb ich das Telefon der Ärztin reichte.

Sie hat Ihm alles in kurz Fassung erklärt und ich wurde in den OP gebracht und vorbereitet. 

Mein Mann war innerhalb 18 Minuten im Krankenhaus, durfte allerdings erst als ich komplett für den OP vorbereitet war dazu kommen.

Das setzten der PDA hat etwas Zeit in Anspruch genommen. Ich sollte meine Knie anziehen, locker lassen und gleichzeitig ruhig ein und aus atmen. Aber wie sollte ich in dieser Situation dafür einen Kopf haben. Es hat mehrere Versuche gedauert. "Noch ein Versuch dann müssen wir eine Vollnarkose machen." Scheinbar aus Angst hat der letzte Versuch dann endlich geklappt. 

Alles wurde ab Bauch abwärts taub. Komisches Gefühl!

 Als mein Mann dann endlich bei mir war, ging es mir den Umständen entsprechend besser. Er hat mir alleine das er da war eine unendliche Kraft gegeben und ich war froh da nicht alleine durch zu müssen.


An meinen Bauch merke ich nur ziepen und reißen. Nach gefühlt wenigen Minuten (9.46 Uhr) wurde gesagt Zwilling 1 ist da und ca. 1 Minuten später (9.47 Uhr) Zwilling 2 ist da. Kein erster Schrei, kein erstes Kennenlernen. Ich hab meine Babys nicht gesehen, nicht gehört. Ich verspürte nur eine plötzliche leere. Sie wurden mir genommen. Obwohl ich nicht alleine war und mein Mann bei mir war fühlte ich mich einsam.

Wir wurden während ich verschlossen wurde gefragt wer wie heißen soll. 

Wer soll den wie heißen? Wie sollen wir Namen vergeben ohne die zwei jemals gesehen zu haben? 

Wir entschieden uns dazu den erstgeborenen "Malte" und den zweigeborenen "Mateo" zu nennen. So wie wir es immer gesagt haben Malte und Mateo und nicht Mateo und Malte.

Die ganzen positiven Vorstellungen von der Geburt, zerplatzen wie eine Seifenblase. 

Ich habe immer auf eine Spontan-Geburt gehofft, ohne Schmerzmittel, ohne PDA. So spät wie möglich. Und dann kam alles anders. Obwohl Mittwochs, 06.03.2024 beim Frauenarzt doch noch alles "langweilig" war. Wie konnte es auf einmal so schnell gehen? Wie konnte es auf einmal dazu kommen? Wieso mussten die beiden bereits in der 29 SSW (28+1) geholt werden? Leben die beiden? Fragen über Fragen... keiner konnte Sie mir beantworten.

Vorwürfe über Vorwürfe machten sich in mir breit. Bin ich schuld? Hätte ich mir mehr Ruhe gönnen sollen? Hab ich zu übertrieben?

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